Experten raten Kommunen zur Zusammenarbeit mit Inkassounternehmen

Experten raten Kommunen zur Zusammenarbeit mit Inkassounternehmen

Berlin, BDIU, 10.05.2017

Ex-Bundesagentur-Vorstand Heinrich Alt fordert mehr Gerechtigkeit beim Unterhaltsvorschuss /
Kommunales Fachforum empfiehlt Verwaltungen Zusammenarbeit mit Unternehmen f├╝r gesch├Ąftsm├Ą├čigen ForderungseinzugInkassounternehmen

Auf dem Fachkongress "Digitaler Staat" moderierte Kirsten Pedd, Pr├Ąsidentin des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU), am Dienstag in Berlin eine Diskussionsrunde zum Thema "Zukunftsf├Ąhiges Zins- und Schuldenmanagement". Dabei sprachen sich mehrere Experten daf├╝r aus, dass Kommunen bei der Bew├Ąltigung ihrer finanziellen Herausforderungen auch auf die Unterst├╝tzung externer Verwaltungshelfer setzen sollten.

Heinrich Alt, ehemaliger Vorstand der Bundesagentur f├╝r Arbeit, kritisierte, dass der Staat zu wenig tue, um Unterhaltsvorschussleistungen zur├╝ckzuholen. Aktuell w├╝rden die Jugend├Ąmter nur 23 Prozent ihrer Forderungen realisieren. Das sei ungerecht, so Alt: "Der ehrliche Vater ist der Dumme, denn er zahlt f├╝r die eigenen und mit seinen Steuern auch f├╝r fremde Kinder." Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ├ämtern nahm Alt dabei von seiner Kritik ausdr├╝cklich aus. "Sozialarbeit und Outsourcing berechtigter offener Forderungen an ein InkassounternehmenForderungsmanagement vertragen sich nicht gut miteinander", so der ehemalige Bundesagentur-Vorstand. Beh├Ârden sollten vielmehr pr├╝fen, ob und an welcher Stelle sie Verwaltungshelfer einsetzen k├Ânnten, um ihr Outsourcing berechtigter offener Forderungen an ein InkassounternehmenForderungsmanagement effizienter zu gestalten.

Alt verwies auf Norwegen als gutes Beispiel. Hier betrage die R├╝ckholquote 90 Prozent. W├╝rden die deutschen ├ämter ├Ąhnlich hohe R├╝ckzahlungen erzielen, br├Ąchte das Mehreinnahmen von ├╝ber einer halben Milliarde Euro.

Beate Behnke-Hahne von der Finanzbuchhaltung der Stadt Essen stellte vor, wie die Ruhrgebietsmetropole ihre Forderungen managt. Die Verwaltung dort hat in den vergangenen Jahren durch einen Mix aus internen und externen Ma├čnahmen bessere Mittelr├╝ckfl├╝sse erzielen k├Ânnen. Aktuell l├Ąuft ein Pilotprojekt, bei dem die Stadt Essen Unternehmen f├╝r gesch├Ąftsm├Ą├čigen ForderungseinzugInkassounternehmen mit dem Einzug von niedergeschlagenen Forderungen beauftragt. Die bisher vorliegenden Ergebnisse seien sehr positiv, so Behnke-Hahne.

Berlins Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen stellte in der Diskussion das Schuldenmanagement des Landes Berlin vor. Schon seit 2012 habe die Hauptstadt einen ausgeglichenen Haushalt und halte die Schuldenbremse ein. Kollatz-Ahnen r├Ąumte ein, dass die Berliner Beh├Ârden beim Forderungsmanagement besser werden k├Ânnten. Sein Ziel ist es, dass diese Aufgabe bei den Bezirken geb├╝ndelt wird, um die Effizienz zu steigern. Bezirke d├╝rften dabei auch mit Unternehmen f├╝r gesch├Ąftsm├Ą├čigen ForderungseinzugInkassounternehmen zusammenarbeiten.

BDIU-Pr├Ąsidentin Kirsten Pedd begr├╝├čte diese Aussage. "Outsourcing dient der Entlastung der Verwaltung", fasste sie zusammen, "vor allem im Bereich des Forderungsmanagements. Kommunen brauchen Verwaltungshilfe, um ihre Kernaufgaben besser zu bew├Ąltigen. Beim Unterhaltsvorschuss steht den ├ämtern in den kommenden Jahren eine Verdoppelung der Kosten ins Haus. Hier k├Ânnen Unternehmen f├╝r gesch├Ąftsm├Ą├čigen ForderungseinzugInkassounternehmen als Verwaltungshelfer eine sp├╝rbare Entlastung bringen, von denen letztlich alle Steuerzahler nachhaltig profitieren w├╝rden."

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