Schutzmauer gegen Insolvenzen: Mit diesen 9 Tipps sichern Firmen ihr Geld

Schutzmauer gegen Insolvenzen: Mit diesen 9 Tipps sichern Firmen ihr Geld

Berlin, BDIU, 31.08.2020

Wann kommt die Pleitewelle? Ökonomen sind sich einig, dass die Covid-19-Krise schon bald zu zahlreichen Insolvenzen fĂŒhren wird. Zwar hat sich die Koalition darauf verstĂ€ndigt, die sogenannte Insolvenzantragspflicht - unter bestimmten Voraussetzungen - noch bis Ende des Jahres auszusetzen. Doch spĂ€testens im Januar schlĂ€gt die Stunde der Wahrheit.

Unternehmen sollten darauf gefasst sein, dass GeschĂ€ftspartner in die Pleite rutschen können. Gut beraten ist, wer seine AnsprĂŒche vorher sichert und so kein Geld verliert. PrĂ€vention der Wahl ist ein professionelles Outsourcing berechtigter offener Forderungen an ein InkassounternehmenForderungsmanagement. Darauf weist jetzt der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) hin.

Die Experten des BDIU haben neun RatschlÀge zusammengestellt, mit denen jedes Unternehmen sein Outsourcing berechtigter offener Forderungen an ein InkassounternehmenForderungsmanagement bereit jetzt verbessern kann:

  1. Rechnungen rechtzeitig erstellen.
    Es mag lĂ€stig sein, aber die sofortige Rechnungsstellung gehört zum Standardrepertoire jeder Firma. Wichtig: Achten Sie darauf, dass das Dokument die relevanten Informationen enthĂ€lt, etwa den vollstĂ€ndigen Namen und die Anschrift sowohl Ihres Unternehmens als auch die des Kunden. Die vereinbarten Preise, Mengen und gelieferten Produkte sollten genau genannt sein. Außerdem gehören in die Rechnung das korrekte Ausstellungs- und Lieferdatum, Art und Höhe der Steuern sowie Ihre Steuernummer. SpĂ€testens wenn es zu Problemen bei der Zahlung kommt, werden Sie merken, wie wertvoll diese MĂŒhe ist: Denn nur mit den korrekten Angaben können Sie Ihre Forderung zweifelsfrei durchsetzen.

  2. Setzen Sie Ihrem Kunden eine Frist.
    Nennen Sie auf der Rechnung ein Datum, bis zu dem der Betrag vollstĂ€ndig ausgeglichen sein muss ? zum Beispiel innerhalb der nĂ€chsten 14 Tage. HĂ€lt sich Ihr Kunde nicht an diese Frist, gerĂ€t er gemĂ€ĂŸ § 286 BGB sofort danach in Verzug. Alternativ können Sie Ihren sĂ€umigen Kunden auch durch eine Mahnung in Verzug setzen.

  3. Ausstehende Zahlungen sollten Sie sofort anmahnen.
    ÜberprĂŒfen Sie jeden Tag Ihre ZahlungseingĂ€nge. Firmen sollten in ihrer Buchhaltung entsprechende Prozesse etablieren. Offene Posten erstmal stehen zu lassen ist kein Akt von Kundenfreundlichkeit, sondern unprofessionell. Die Erfahrung zeigt: Je lĂ€nger ein Zahlungsziel ĂŒberschritten ist, umso schwieriger wird es, das Geld doch noch zu erhalten.


  4. Entwickeln Sie eine abgestufte Mahnstrategie.
    In der Ruhe liegt die Kraft. Wenn Ihr Kunde einmal eine Rechnung nicht bezahlt, ist das keine Katastrophe. Vielleicht ist er nur vorĂŒbergehend klamm, oder er hat die Sache ĂŒbersehen. Ihre erste Mahnung sollten Sie daher möglichst freundlich und verbindlich formulieren. Setzen Sie dem Kunden einen neuen Termin und prĂŒfen Sie, ob er bis dahin zum Ausgleich kommt. Reißt er auch diese Frist, erinnern Sie ihn wieder und kĂŒndigen dem laxen Zahler gegebenenfalls nĂ€chste Schritte an ? etwa ein gerichtliches Mahnverfahren oder die Beauftragung eines Inkassounternehmens.

  5. ZahlungsfĂ€higkeit der GeschĂ€ftspartner prĂŒfen.
    Bezahlt ein sonst pĂŒnktlicher Kunde plötzlich nur noch nach Mahnung? Kommt er vielleicht von selbst auf Sie zu und bittet um Aufschub oder will in Raten zahlen? Das sind Alarmsignale, die auf finanzielle Probleme hindeuten. Werden Sie nicht unfreiwillig zum Kreditgeber Ihrer Kunden und ĂŒberprĂŒfen Sie deren LeistungsfĂ€higkeit, beispielsweise mit Hilfe von Auskunfteien. Bei NeugeschĂ€ft kann es sinnvoll sein, Vorkasse zu vereinbaren. Abschlagszahlungen haben sich ebenso als Sicherungsinstrument bewĂ€hrt. Es stimmt aber auch: In Deutschland prĂ€ferieren die meisten Kunden den Kauf auf Rechnung. Der Nachteil: Das Risiko eines Zahlungsausfalls ist hier immer mit an Bord ?


  6. Sichern Sie Ihre ZahlungsansprĂŒche mit den juristisch notwendigen Mitteln.
    Manchmal nĂŒtzt auch die deutlichste Mahnung nichts und der Kunde bleibt weiterhin sĂ€umig. Dann sollten Sie ihre AnsprĂŒche sichern. Gerade in Krisenzeiten ist das wichtig, denn sollte Ihr Partner pleitegehen, drohen Sie auf Ihrem Geld sitzen zu bleiben. Um das zu verhindern, ist der Gang zum Gericht sinnvoll, etwa fĂŒr ein Mahn- oder Klageverfahren. Alternativ suchen Sie sich UnterstĂŒtzung durch qualifizierte Dienstleister wie etwa RechtsanwĂ€lte oder Inkassounternehmen ? diese sind auf den Einzug zahlungsgestörter Forderungen spezialisiert.


  7. Werfen Sie kein gutes Geld schlechtem hinterher.
    Inkassodienstleister prĂŒfen, bevor sie tĂ€tig werden, jede Forderung auf ihre Durchsetzbarkeit. Dazu gehört neben kaufmĂ€nnischen und rechtlichen Gesichtspunkten auch die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass der Schuldner das Geld bezahlen wird. Hat er eine schlechte BonitĂ€t, sollte man die Kosten fĂŒr aussichtslose vorgerichtliche MahnaktivitĂ€ten unbedingt vermeiden.

  8. Achten Sie auf den guten Ton.
    Der sĂ€umige Zahler von heute kann schon morgen wieder der gute Kunde Ihres Unternehmens werden. Das passiert aber nur, wenn er das GefĂŒhl hat, auch in einer schwierigen Situation, wie sie das Einfordern einer unbeglichenen Rechnung darstellen kann, fair von Ihnen und den durch Sie beauftragten Rechtsdienstleister behandelt worden zu sein. Es gilt die Devise: Reden hilft. Eventuell sind ja individuell angepasste Raten die richtige Lösung, um eine Eskalation dieser unangenehmen Sache zu vermeiden.

  9. Forderungskauf bringt Ihnen sofortige LiquiditÀt.
    Egal wie gut Ihr GeschĂ€ft lĂ€uft: Rechnungen schreiben, bei Mahnungen nachhaken und das Vermeiden von möglichen ForderungsausfĂ€llen ? das alles kostet Sie Zeit und Geld. Vielleicht aber möchten Sie sich von dem damit verbundenen Prozessen und Risiken entlasten? Factoring-Anbieter zum Beispiel kaufen Forderungen und kĂŒmmern sich selbst um deren Einzug. Der Vorteil fĂŒr Sie: Sie haben sofort Geld - natĂŒrlich mit einem gewissen Abschlag, den der Anbieter fĂŒr sich und seine Leistungen verlangt.

  

Über den BDIU

Dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen gehören 550 Unternehmen des Forderungsmanagements an. Gemeinsam fĂŒhren sie der Wirtschaft pro Jahr rund 6 Milliarden Euro an ausstehenden Forderungen zurĂŒck. Das Motto des Verbands und seiner Mitgliedsunternehmen lautet: "Inkasso heißt Verantwortung."

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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des BDIU