Ombudsfrau der Inkassowirtschaft zieht Bilanz

Ombudsfrau der Inkassowirtschaft zieht Bilanz

Bericht der Ombudsfrau

Ein Jahr als Ombudsfrau der Inkassowirtschaft - Bundesministerin a. D. Brigitte Zypries zieht erste Bilanz

Berlin, BDIU, 11.03.2020

Seit knapp einem Jahr ist Brigitte Zypries Ombudsfrau der Inkassowirtschaft. Sie zieht heute eine erste Bilanz: "In diesem knappen Jahr haben sich 1.071 Verbraucherinnen oder Verbraucher mit Beschwerden an den BDIU gewandt. Die grĂ¶ĂŸte Zahl der Beschwerden konnte von der GeschĂ€ftsstelle zufriedenstellend geklĂ€rt werden, lediglich in 24 FĂ€llen habe ich mich persönlich ausfĂŒhrlich mit dem Fall befasst. Bedenkt man, dass die Unternehmen fĂŒr geschĂ€ftsmĂ€ĂŸigen ForderungseinzugInkassounternehmen in Deutschland im Jahr 2019 ĂŒber 40 Millionen Forderungsverfahren betreut haben, kommt auf rund 40.000 Forderungen eine Beschwerde. Das zeigt, dass die Inkassowirtschaft sehr gut arbeitet."

 

Zwei besonders komplexe FĂ€lle hatte Brigitte Zypries im vergangenen Jahr zu schlichten.

In einem Fall wurde ein Verbraucher aus Sicht der frĂŒheren Bundesjustizministerin beim Online-Vertragsschluss vom NatĂŒrliche oder juristische Person, die einen Rechtsanspruch...GlĂ€ubiger nicht hinreichend ĂŒber die Rechtsfolgen und Vertragsinhalte aufgeklĂ€rt. Zypries monierte gegenĂŒber dem Unternehmen fĂŒr geschĂ€ftsmĂ€ĂŸigen ForderungseinzugInkassounternehmen, dass diese fehlerhafte AufklĂ€rung bei der Übernahme der Forderung nicht hinreichend geprĂŒft wurde. Das betroffene BDIU-Mitglied akzeptierte den Schiedsspruch der Ombudsfrau und trennte sich von dem Auftraggeber.

In einem weiteren Fall bezahlte eine Verbraucherin ĂŒber Jahre hinweg Raten an einen Inkassodienstleister, die Forderung wurde aber kaum geringer. UrsĂ€chlich dafĂŒr war allerdings nicht das Verhalten des Inkassodienstleisters, sondern die Höhe der vor ĂŒber zehn Jahren gerichtlich festgelegten Zinsen von ĂŒber 10 Prozent. Hier war kein juristisches Urteil gefragt. Auf Vermittlung der Ombudsfrau und des BDIU konnte eine einvernehmliche Lösung zwischen Unternehmen fĂŒr geschĂ€ftsmĂ€ĂŸigen ForderungseinzugInkassounternehmen und der Verbraucherin beziehungsweise der sie vertretenden Schuldnerberatungsstelle gefunden werden. "Der BDIU erwartet von seinen Mitgliedern rechtskonformes und verantwortungsvolles Inkasso. Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass das geht. Ich denke, alle Seiten waren mit dem gefundenen § 779 BGBVergleich zufrieden."

Abschließend appellierte die ehemalige Justizministerin noch an ihre Kolleginnen und Kollegen in der Politik, die Aufsicht hinreichend personell auszustatten: "Die VerbĂ€nde unternehmen ihr Möglichstes, um Verbraucherinnen und Verbraucher zu schĂŒtzen. Dabei funktioniert die Zusammenarbeit von Schuldnerberatungsstellen und InkassoverbĂ€nden zusehends besser. Leider gibt es aber nach wie vor unseriöse Unternehmen auf dem Inkassomarkt außerhalb des Zugriffs der VerbĂ€nde. Hier ist die staatliche Aufsicht gefragt."

 

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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des BDIU